Probezeit Kündigungsschreiben


Die Probezeit umfasst den Zeitraum vor Beginn eines Arbeitsverhältnisses und dient der Erprobung der in Aussicht gestellten Beschäftigung. Je nach Anforderungen und Tätigkeitsfeldern kann die Dauer des Probezeitarbeitsverhältnisses zwischen drei und neun Monaten variieren, wobei ein sechsmonatiger Zeitraum dem Regelfall entspricht. Sicherheitshalber sollte die konkrete Länge der Probezeit den einzelvertraglichen Vereinbarungen – die Arbeitgeber und Arbeitnehmer beschlossen haben – entnommen werden. Nach Ablauf der Probezeit geht die Beschäftigung gemeinhin automatisch in ein Arbeitsverhältnis über, vorausgesetzt es liegen keine abweichenden Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor.

Im Sinne des Arbeitsrechts ergeben sich keine gravierenden Unterschiede zur konventionellen Arbeitsbeschäftigung, denn sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben die gleichen Rechte und Pflichten wie bei einem herkömmlichen Dienstverhältnis. Hinsichtlich der gesetzlichen Kündigungsfrist gilt hingegen das Kriterium der verkürzten Frist: Gemäß § 622 Absatz 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches hat der Kündigende innerhalb des Probezeitarbeitsverhältnisses – vorausgesetzt die Selbige beträgt maximal sechs Monate – eine gesetzliche Kündigungsfrist von zwei Wochen einzuhalten. Unabhängig davon, ob die Probezeit länger als sechs Monate andauert, schaltet sich nach Ablauf des besagten Zeitrahmens der Kündigungsschutz ein, der eine gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen verlangt. Selbst wenn das Probezeitarbeitsverhältnis lediglich drei Monate betrifft, greift der Kündigungsschutz trotzdem erst nach sechs Monaten. Zwischen den vorangegangenen drei Monaten und dem Einsetzen des Kündigungsschutzes muss die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen eingehalten werden.
Eine Ausnahme stellt das Kündigungsverbot nach §9 des Mutterschutzgesetzes dar, welches als Sonderkündigungsschutz für Schwangere eingeführt wurde.

Prinzipiell haben beide Vertragspartner die Möglichkeit ordentlich – das heißt in Anlehnung an die vertraglich festgelegten Kündigungsfristen – den entsprechenden Vertrag zu kündigen. In diesem Fall kann die schriftliche Kündigung ohne die Angabe eines Kündigungsgrundes zugehen, ist aber erst dann wirksam, wenn sie dem Kündigungsempfänger vorliegt. Um der Beweispflicht des Kündigenden nachzukommen, sollte die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein versendet werden. Den Vertrag fristlos – außerordentlich – zu beenden, setzt die Meldung eines schwerwiegenden Grundes voraus.

Kündigunggschreiben-Vorlage:


Max Mustermann
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Kündigung meines Vertrages über das Probezeitarbeitsverhältnis

Sehr geehrte Damen und Herren,

Bezug nehmend auf die gesetzliche Kündigungsfrist nach § 622 Abs.3 BGB von zwei Wochen, kündige ich meinen Vertrag zum frühestmöglichen Termin.

Für Ihr Vertrauen und die Möglichkeit praktische Erfahrungen in Ihrem Betrieb zu sammeln, bedanke ich mich.

Mit freundlichen Grüßen,

(Unterschrift Max Mustermann)

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